Lawinenereignisse Landeck 2022/23

Lawinen Bezirk Landeck: Dieser Artikel sammelt die Lawinenereignisse im Bezirk Landeck im Winter 2022-2023 und die Ereignisse in den Nachbarregionen. Quellen sind vor allem die offiziellen Aussendungen der Landespolizeidirektion Tirol und die Berichte der lokalen Medien.

Lawinen Bezirk Landeck

Winter 2022/2023

04.02.2023: 2 Verschüttete in St. Anton – tot geborgen
Freier Skiraum, Törli am Kapall, St. Anton am Arlberg
meinbezirk.at – Zwei Wintersportler bei Lawinenabgang verschüttet
tt.com – Zahlreiche Lawinen in Tirol: Jugendlicher tot, kaum Hoffnung für drei Verschüttete
presse.com – Lawinen fordern weitere Opfer in Tirol

Lawinenabgang in St. Anton am Arlberg

Am 4. Februar 2023, gegen 10:20 Uhr fuhr ein Schiführer mit zwei Gästen in St. Anton am Arlberg vom Kapall aus im freien Schiraum über die Variantenabfahrt „Törli“ ab. In einer Rinne löste sich eine Schneebrettlawine und riss den 29-jährigen Schiführer, sowie den 33-jährigen österreichischen Gast mit. Beide wurden komplett verschüttet. Der 64-jährige, österreichische Gast setzte einen Notruf ab. Er wurde mit dem Notarzthubschrauber unverletzt geborgen und in Sicherheit gebracht. Ein sofortiger Sucheinsatz war auf Grund der hohen Lawinengefahr nicht möglich. In der Folge wurden Lawinensprengungen durchgeführt, der Bereich konnte jedoch nicht vollständig gesichert werden. Es ist geplant, die Suche nach den Verschütteten morgen fortzusetzen.

Presseaussendung der Polizei Tirol 3.2.2023

Sonntagfrüh wurde nach einem Erkundungsflug entschieden, Bergrettung und Alpinpolizei mittels Tau auf den Lawinenkegel zu fliegen. Rasch konnten die Lawinen-Piepser der beiden Verschütteten geortet werden. Die Leiche des 33-Jährigen wurde schließlich in mehr als vier Metern Tiefe gefunden, der 29-Jährige wurde etwas unterhalb in mehr als drei Metern Tiefe gefunden. Im Einsatz standen drei Notarzthubschrauber, die Bergrettungen St. Anton am Arlberg und Pettneu, das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes, die Polizei St. Anton und die Alpinpolizei.

tt.com 4.2.2023
Törli / Kapall in St. Anton
Törli beim Kapall, Gemeinde St. Anton am Arlberg

04.02.2023: Vermisster Tourengeher am Aifner tot geborgen
Hoher Aifner, Gemeinde Kaunerberg
meinbezirk.at -Ein möglicher Verschütteter in Kaunertal
tirol.orf.at – Fünf Lawinentote am Sonntag geborgen – 62-Jähriger tot in Kaunerberg gefunden
tt.com – Dramatisches Wochenende in Tirol: Fünf Lawinentote allein am Sonntag geborgen

Abgängiger Schitourengeher in Kaunerberg

Am 4. Februar 2023, gegen 10:00 Uhr machte ein 62-jähriger Österreicher eine Schitour auf die Hohe Aifnerspitze in Kaunberberg. Nachdem der Hund des 62-Jährigen gegen 13:30 Uhr alleine nach Hause kam, suchten Angehörige nach dem Mann, bzw. wurde im Anschluss ein Notruf abgesetzt. Auf der Südostseite der Hohen Aifnerspitze wurde eine frischer Lawinenabgang festgestellt. Eine Suchaktion mittels LVS-Gerät, unter Beteiligung des Polizeihubschraubers, der Alpinpolizei und einem Lawinenhundeführer mit Suchhund verlief ergebnislos. Eine Bodensuche der Alpinpolizei und der Bergrettung Kaunertal war auf Grund der akuten Lawinengefahr in dem steilen und weitläufigen Gelände nicht möglich. Gegen 17:30 Uhr wurde die Suchaktion unterbrochen. Sie wird am 05.02.2023 fortgesetzt.

Presseaussendung der Polizei Tirol

Lawinen in den Nachbarregionen

03.02.2023: Schneebrett in Sölden – 1 Toter
Freies Gelände Bereich Königstal, Hochgurgl, Gemeinde Sölden
tt.com – Mehrere Verschüttete nach Lawinenabgängen: Skifahrer in Sölden tot geborgen
tirol.orf.at – Sölden: 32-Jähriger stirbt unter Schneebrett

03.02.2023: Zwei Männer bei Lawinenabgang in Lech-Zürs verschüttet
Freies Gelände, Muggengratbahn, Gemeinde Lech
vol.at – Lawinenabgang in Lech
Bei einem Lawinenabgang im freien Skigelände von Lech-Zürs sind am Freitag zwei Männer verschüttet worden. Sie waren in einer Gruppe unterwegs, die von der Bergstation der Muggengratbahn ins Tal fuhr. Bei einer Querung löste ein Gruppenmitglied das Schneebrett aus, das die beiden Wintersportler erfasste. Sie wurden vom Rest der Gruppe ausgegraben und blieben offenbar unverletzt. Laut Polizei setzte die Gruppe ihre Fahrt noch vor dem Eintreffen der Pistenrettung fort. (APA)

16.01.2023: Gleicher Hang in Lech
Lawinenexperte bei Besichtigung 50 m mitgerissen
vorarlberg.orf.at – Lech: Zweite Lawine am gleichen Hang
vol.at – Lech: Schneebrett riss Lawinenexperten mit

15.01.2023: 10 Verschüttete in Lech
Freies Gelände Richtung Juppenspitze, Gemeinde Lech am Arberg
Facts: Gruppe von 11 Skifahrern, 10 Verschüttete, 3 Verletzte, 2 davon schwer
vol.at – Lech: Lawine reißt zehn Skifahrer mit
vorarlberg.orf.at – Drei Verletzte bei Lawinenabgang in Lech

27.12.2022: Kunstschneelawine in Hoch-Imst auf gesperrter Piste
Pratzbäume, Hoch-Imst, Imst
Facts: keine Verschütteten, steile schwarze Piste, Abfahrt war nicht geöffnet
tt.com – Wieder Lawinenabgang auf Skipiste: Schneebrett löste sich in Hochimst
krone.at – Lawinenabgang auf Skipiste: Sucheinsatz in Tirol

Kunstschneelawine Hoch-Imst 27.12.2022 / Foto Alpinpolizei/Stefan Jungmann
Lawineneinsatz aufgrund einer „Kunstschnee“-Gleitschneelawine im Bereich der Untermarkter Alm in Hochimst (Foto: 27.12.2022). Der Einsatz wurde in den Abendstunden abgebrochen, nachdem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden konnte, dass keine Personen verschüttet waren. Foto Alpinpolizei / Stefan Jungmann
Bericht: Blog LWD Tirol

27.12.2022: Verschütteter im Kühtai
Grieskogel, Kühtai, Gemeinde Silz
tt.com – Skitourengeher (56) im Kühtai von Lawine teilverschüttet

26.12.2022: Lawinentoter im Schnalstal (Südtirol)
Lagaunspitze, Kurzras, Schnalstal
tt.com – 59-jähriger Südtiroler kam bei Lawinenabgang ums Leben
suedtirolnews.it – Skitourengeher von Lawine verschüttet
tirol.orf.at – Schnalstal: Südtiroler starb unter Lawine

25.12.2022: Lawinenabgang in Lech: Vier Personen verletzt

Zürs-Lech, Lechtaler Alpen
Unterhalb des Trittkopfs im Bereich der Piste Nr. 134 (Balmen)
vorarlberg.orf.at – Lawinenabgang in Lech: Vier Personen verletzt
derstandard.at – Lawinenabgang in Lech: Alle Vermissten lebend gefunden
vorarlberg.orf.at – Lawinenvideo nützliches Hilfsmittel für Polizei
vorarlberg.orf.at – Nach Lawinenabgang: Sicherheitssuche beendet
tt.com – Fall hat besondere Brisanz: Ermittlungen nach Lawinenabgang auf Piste in Lech/Zürs

Lawinenabgang auf Piste in Zürs (Vorarlberg)

Am 25. Dezember 2022, kurz vor 15:00 Uhr, langte bei der Rettungs- und Feuerwehreitstelle in Feldkirch die Meldung über einen Lawinenabgang in Zürs ein. Betroffen war die Piste Nr. 134 (Balmen – rot). Im Bereich des Trittkopfes löste sich eine Lawine und verlegte die darunterliegende Piste auf einer Länge von ca. 500 – 600 Metern. Die Rettungskette wurde sofort in Gang gesetzt und Mitglieder der Bergrettung und der Alpinpolizei begaben sich unverzüglich zum Lawinenkegel.

Ein in der Ferne stehender Zeuge filmte zufälligerweise mit seinem Mobiltelefon den Lawinenabgang. Auf dem Video ist zu erkennen, dass sich zehn Wintersportler im Bereich der Lawinenbahn befanden. Im Zuge des groß angelegten Rettungseinsatzes konnte ein teilverschütteter Mann aus der Lawine gerettet werden. Er wurde im Anschluss mit schweren Verletzungen ins LKH Innsbruck geflogen.

Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, wie viele Wintersportler sich noch in der Lawine befinden, wurde die Suche mit zeitweise mehr als 100 Suchkräften und insgesamt 7 Hubschraubern bis in die Abendstunden weitergeführt.

Erst im Verlauf des Abends meldeten sich dann die Personen, die auf dem Video zu sehen sind. Sie fuhren teils selbständig ins Tal ab und meldeten ihre Beteiligung am Lawinenunfall zunächst nicht. Durch die akribische Arbeit der Einsatzleitung konnte nach und nach erhoben werden welche Personen unmittelbar von der Lawine erfasst wurden. Insgesamt vier der 10 Personen wurden verletzt – eine davon schwer.

Nach derzeitiger Erkenntnislage kann davon ausgegangen werden, dass keine Personen mehr vermisst werden. Der Such- und Rettungseinsatz konnte gegen 23:00 Uhr eingestellt werden. Aus Sicherheitsgründen wird am 26.12.2022 zur endgültigen Abklärung, eine Sicherheitssuche durchgeführt. Weitere Ermittlungen zur Unfallursache führt die Alpinpolizei in den nächsten Tagen durch.

Im Einsatz waren zeitweise bis zu 200 Personen verschiedenster Rettungsorganisationen: Bergrettungen, Österreichisches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehren, Mitarbeiter der Seilbahnen und der Schischulen, Bundespolizei, Kriseninterventionsteam und Mitarbeiter der Gemeinden Lech und Zürs.

Presseaussendung der LPD Vorarlberg vom 26.12.2022, 00:58 Uhr

25.12.2022: Lawinenabgang in Sölden

tt.com – Große Suchaktion nach Lawinenabgang in Sölden: keine Person gefunden

Lawinenabgang in Sölden ohne Verschüttung

Am 25. Dezember 2022, gegen 12:30 Uhr, wurde in Sölden von einem unbekannten Skifahrer bei einer Variantenabfahrt auf einem 38-40 Grad steilen Hang am Tiefenbachferner eine ca. 50 Meter breite und ca. 60 Meter lange Lawine ausgelöst. Von einem Augenzeugen wurde der Skifahrer vorerst gesehen, dann jedoch aus den Augen verloren, weshalb ein Sucheinsatz ausgelöst wurde. Der Lawinenkegel wurde mit ca. 80 Personen sondiert und mit drei Lawinensuchhunden, der Bergrettung und einem RECCO-Suchgerät abgesucht. Dabei konnte keine Person gefunden werden, weshalb der Einsatz um 15:20 Uhr beendet wurde. Im Einsatz standen vier Hubschrauber, die Bergbahnen Sölden, die Lawinenhundestaffel der Bergrettung und die Bergrettungen Sölden, Obergurgl und Längenfeld, die Alpinpolizei und weitere Personen von Skischulen.

Presseaussendung der LPD Tirol vom 25.12.2022, 21:24 Uhr

Siehe auch
Lawinenereignisse 2021-2022
Lawinenereignisse 2020-2021
Lawinenereignisse 2019-2020
Lawinenereignisse 2018-2019
Lawinenereignisse 2017-2018
Lawinenereignisse 2016-2017

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